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Liebe Leserin, lieber Leser,

DU sollst... DU musst... was darf ich noch!? Passen die Zehn Gebote heute noch in mein Leben oder sind sie nur Ballast?

Dieser Frage haben wir uns in der aktuellen Ausgabe gewidmet. Wir, die Redaktion, fanden interessante Aspekte, die lohnen niedergeschrieben zu werden. Genau deshalb erhältst Du heute die neueste Ausgabe von AberGlaube!?

Kein Weihnachtsthema, obwohl wir mitten im Advent sind!? Aber mit Sicherheit ein Thema, dass zum Nachdenken anregt. Also passt es doch wieder in die besinnliche Vorweihnachtszeit. Eine Lektüre für die langen Winterabende, ob allein, oder auch zum gemeinsamen Sinnieren in der Familie oder mit Freunden.

Mit der folgenden Kurzgeschichte möchten wir Dich auf unser Thema einstimmen:

Es war einmal ein Großvater, der schon sehr, sehr alt war. Seine Beine gehorchten ihm nicht mehr, die Augen sahen schlecht, die Ohren hörten nicht mehr viel und Zähne hatte er auch keine mehr.

Wenn er aß, floss dem alten Mann die Suppe aus dem Mund. Der Sohn und die Schwiegertochter ließen ihn deshalb nicht mehr am Tisch mitessen, sondern brachten ihm sein Essen hinter den Ofen, wo er in seiner Ecke saß.

Eines Tages, als man ihm die Suppe in einer Schale hingetragen hatte, ließ er die Schale fallen und sie zerbrach. Die Schwiegertochter machte dem Greis Vorwürfe, dass er ihnen im Haus alles beschädige und das Geschirr zerschlage, und sagte, dass sie ihm von jetzt an das Essen in einem Holzschüsselchen geben werde. Der Greis seufzte nur und sagte nichts.

Als der Mann und die Frau einige Tage später zu Hause beisammen saßen, sahen sie, dass ihr Söhnchen auf dem Fußboden mit kleinen Brettern spielte und etwas zimmerte.

Der Vater fragte ihn: "Was soll das denn werden, Mischa?"

Und Mischa antwortete: "Das soll ein Holzschüsselchen werden, Väterchen. Daraus werde ich dir und der Mutter zu essen geben, wenn Ihr alt geworden seid."

Der Mann und die Frau sahen sich an und weinten. Ihnen wurde plötzlich bewusst, wie sehr sie den Greis gekränkt hatten und sie schämten sich. Fortan ließen sie ihn wieder am Tisch sitzen und waren freundlich zu ihm.

Geschichte nach Lew Tolstoi

Wir wünschen Dir liebe Leserin, lieber Leser eine kurzweilige Zeit beim Lesen der aktuellen Ausgabe, eine besinnliche Advendszeit, ein noch schöneres Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr.

Dein
AberGlaube!?-Redaktion